Allgemeines

Funktionsweise von Coaxialventilen

Coaxialventile öffnen und schließen durch eine axiale Bewegung. Durch Druckluft oder Magentkraft wird ein Rohr in horizontaler Richtung verschoben und öffnet so den Ventilsitz. Dieser Mechanismus bringt viele Vorteile:
  • schnelle Öffnung- und Schließzeiten wie bei Magnetventilen
  • sehr schmutzunempfindlich und langlebig
  • hohe Kv-Werte und Viskositäten möglich, dadurch auch geeignet für gallertartige, hochviskose, pastenartige und verschmutzte Medien
  • sehr kompakte Bauweise, dadurch platzsparender als Magnetventile oder druckgesteuerte Ventile
  • durch ihre Geometrie können diese Ventile als Modulblöcke (im 8-fach-Blöcke) gebaut werden
  • keine Druckdifferenz erforderlich
  • gegendruckdicht und wechselseitig durchströmbar
Funktionsweise Druckgesteuerte Coaxialventile Bei diesen druckgesteuerten Ventilen wird in Ruhestellung das Steuerrohr, durch welches das Medium fließt, durch Druckluft (blau) und zusätzliche Federkraft in die Sitzdichtung gepresst.
Durch Umschalten der Druckluft in die andere Druckkammer wird dann der Kolben bewegt, der direkt mit dem Steuerrohr verbunden ist. Kammer 1 muss entlüften. Durch die resultierende axiale Bewegung des Steuerrohrs gegen die Flussrichtung wird der Durchgang freigegeben.
Zur Steuerung der Druckluft wird daher ein 5/2-Wege-Pilotventil (bzw. 4/2-Wege-Ventil für Hydraulik) mit NAMUR-Anschluss benötigt.

Druckgesteuertes Coaxialventil geschlossen


Elektromagnetisch betätigte Coaxialventile
Bei diesen Ventilen wird in Ruhestellung das Steuerrohr, durch welches das Medium fließt, durch Federkraft in die Dichtung gepresst. Durch Bestromung der Magnetspule wird ein elektromagnetisches Feld erzeugt, welches das Steuerrohr in axialer Richtung bewegt und so den Durchgang freigibt.


Elektromagnetisch betätigte Coaxialventil geschlossen

Elektromagnetisch betätigte Coaxialventil geöffnet


3/2-Wege Coaxialventile3/2-Wege coaxialventile (druckgesteuert und elektromagnetisch betätigt)
3/2-Wege Coaxialventilen funktionieren auf der Ventilausgangsseite genau so wie die 2/2-Wege-Ausführungen.
Im Eingangsbereich wird aber eine zusätzliche Sitzdichtung integriert, in die das Steuerrohr bei Betätigung fährt.




  Funktionsdiagramme für Coaxialventile

2/2-Wege: elektromagnetisch betätigt, direktgesteuert (N)
Die erregte Spule öffnet das Ventil. Das Venil schließt durch Federkraft.

2/2-Wege: pneumatisch betätigt, direktgesteuert (NC)
Die erregte Spule betätigt ein Druckventil (die Servosteuerung), das das Hauptventil öffnet (Serienbetätigung). Das Ventil schließt durch die Servosteuerung und i.d.R. eine zusätzliche Feder (Parallelbetätigung).
Funktionsdiagramme für Coaxialventile
   
3/2-Wege: elektrisch betätigt, direktgesteurt (NC)
Die erregte Spule betätigt ein Druckventil (Zwangssteuerung), das das Hauptventil öffnet (Serienbetätigung). Das Ventil schließt, indem eine Feder die Zwangssteuerung versperrt und diese das Hauptventil schließt (Serienbetätigung).
Funktionsdiagramme für Coaxialventile
   
3/2-Wege: pneumatisch betätigt, direktgesteuert (NC)
Typische Funktion eines Pilotventils für einfachwirkende pneumatische Antriebe. P ist mit Druck beaufschlagt. Das Ventil entlüftet in Ruhestellung von A nach R, bei Betätigung durch direkte Magnetkraft fließt das Medium von P nach A. Es schließt durch Federkraft.
Funktionsdiagramme für Coaxialventile


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