Funktionsweise von Magnetventilen
Magnetventile öffnen und schließen durch Magnetkraft. In einer Spule bildet sich bei Stromdurchfluss ein magnetisches Feld. Die Magnetfeldlinien konzentrieren sich im Inneren der Spule. Der Magnetkreis um eine stromdurchflossene Spule ist bestrebt, seinen magnetischen Widerstand zu verringern und den Luftspalt zu schließen: Dadurch erhöht sich die Induktivität und in der Spule wird eine Spannung induziert, die die gleiche Polarität wie die Speisespannung hat. Beim Abschalten des Stromes können durch Selbstinduktion Überspannungen entstehen. Diese können zur Zerstörung des Schalters führen. Daher werden bei Gleichstrommagneten Schutzdioden, bei Wechselstrommagneten Varistoren eingesetzt.| Gleichspannungsmagnet | Wechselspannungsmagnet |
| Konstant hohe Stromaufnahme | Stromaufnahme stark von Ankerstellung abhängig |
| Längere Schaltzeit | Schnelleres Schalten |
| Beim Abschalten Schutz des Schaltelementes notwendig (z.B. Freilaufdiode) | Entstörglied empfehlenswert |
| Große Abfallverzögerung bei Freilaufdiode | Geringe Abfallverzögerung |
| Restluftspalt als Klebeschutz erforderlich | Spaltpol/Kurzschlusswindung zur Vermeidung von Brummgeräuschen erforderlich (Siehe auch: „Erwärmung und Leistung von Spulen“) |
| Schaltzeit durch Überspannung verringerbar | Schaltzeit nicht beeinflussbar |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Funktionsdiagramme für MiT-Magnetventile
| 2/2-Wege: Direktsteuerung (NC) Die erregte Spule öffnet das Ventil. Das Venil schließt durch Federkraft. |
![]() |
| 2/2-Wege: Servosteuerung (NC) Die erregte Spule betätigt ein Druckventil (die Servosteuerung), das das Hauptventil öffnet (Serienbetätigung). Das Ventil schließt durch die Servosteuerung und i.d.R. eine zusätzliche Feder (Parallelbetätigung). |
![]() |
| 2/2-Wege: Zwangssteuerung (NC) Die erregte Spule betätigt ein Druckventil (Zwangssteuerung), das das Hauptventil öffnet (Serienbetätigung). Das Ventil schließt, indem eine Feder die Zwangssteuerung versperrt und diese das Hauptventil schließt (Serienbetätigung). |
![]() |
| 3/2-Wege: Direktgesteuert Typische Funktion eines Pilotventils für einfachwirkende pneumatische Antriebe. P ist mit Druck beaufschlagt. Das Ventil entlüftet in Ruhestellung von A nach R, bei Betätigung durch direkte Magnetkraft fließt das Medium von P nach A. Es schließt durch Federkraft. |
![]() |
| 5/2-Wege: Servosteuerung Typische Funktion eines Pilotventils für doppeltwirkende pneumatische Antriebe. P ist mit Druck beaufschlagt, Medium fließt von P nach B. Gleichzeitig entlüftet das Ventil von A nach R1. Wird nun die Spule bestromt (Serienbetätigung) oder alternativ die Handbetätigung aktiviert, dann fließt das Medium von P nach A und gleichzeitig entlüftet B nach R2. Das Ventil schließt nun wieder durch die Servosteuerung und (hier dargestellt) ggf. durch zusätzliche Federkraft (Parallelbetätigung). |
![]() |